Zukunft BOB, Fahrtgastinformationssystem und Aktion gegen Vandalismus und Verschmutzung
Auf der Tagesordnung standen wieder unsere Schwerpunktthemen:
- Wie geht es mit unserer BOB weiter?
- Wo bleibt das dringend benötigte Fahrgastinformationssystem?
- Was wird gegen Vandalismus und unerträgliche Verschmutzung unserer Bahnhöfe unternommen?
Zu den beiden erstgenannten Themen gibt es weiterhin keine zukunftsweisenden Neuigkeiten. Zur Vandalismus- und Schmutzbekämpfung hingegen gibt es ermunternde Entwicklungen. Im Einzelnen:
Für die weitere Entwicklung unserer BOB ist das Jahr 2013 von Bedeutung; dann nämlich läuft der bestehende Vertrag aus. Die BOB hat bzgl. einer Vertragsverlängerung konkrete Vorstellungen: Die Strecken sollen in das Ost-und West-Netz München – Bayrischzell bzw. München – Lenggries/Tegernsee geteilt werden. Damit ist die dringend notwendige Kapazitätserweiterung möglich. Zur Umsetzung müssen jedoch die politischen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Beirat hat seit dem 24. Oktober 2004 das zuständige Ministerium insgesamt sieben Mal auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen und um Erläuterungen gebeten, wie es weiter gehen soll. Auf alle Anfragen und Bitten um einen Gesprächstermin mit den zuständigen Fachleuten hat das Ministerium nur ein Mal reagiert, und dies auch nur nach Anmahnung von uns und mit unbefriedigender Antwort. Dem Fahrgastbeirat, in den sich engagierte Bürger ohne Eigennutz einbringen, fehlt jegliches Verständnis für dieses Verhalten. Indessen haben auch einige Bürgermeister von Gemeinden an der BOB-Strecke gegenüber der Ministerin ihre Sorge um die Zukunft der BOB geäußert.
Auch zu unserem zweiten großen Sorgenthema „Fahrgastinformationssystem“ gibt es weiterhin keine positiven Entwicklungen. Die zur Fußball-WM vor nunmehr 1 3/4 Jahren zugesagte Einbeziehung unserer Bahnhöfe und Haltestellen in das System DEFAS oder Vergleichbares ist weiterhin in weiter Ferne. Fahrgäste sind bei Fahrplanunregelmäßigkeiten weiterhin ohne Informationsmöglichkeit. Die Ministerin hatte uns mit Schreiben vom 12. Dezember 2007 mitgeteilt, dass zur Finanzierung noch Details zu klären seien, und dass dies bis zum Jahresende 2007 erfolgen sollte. Mit Schreiben vom 20. Januar 2008 erbaten wir Informationen zum Stand der Dinge, bisher ohne Reaktion. Die BOB-Geschäftsleitung stellte dazu noch fest, dass als mögliche Informationsquelle bei Verspätungen das Service-Telefon der BOB zur Verfügung steht. Der Beirat hält dies jedoch nicht für einen tauglichen Ersatz eines Infosystems.
Zur Sauberkeit unserer Bahnhöfe machte der BEG-Vertreter im Beirat den Vorschlag als Pilotprojekt für Vandalismus- und Verschmutzungsbekämpfung den Bahnhof Bad Tölz zu wählen. Dazu sei aber die Kooperation aller Beteiligter (DB, BOB, Gemeinde Bad Tölz, Bahnhofseigner, Fahrgastbeirat) erforderlich. Der Beirat hat mit allen Beteiligten Gespräche geführt und für das Projekt geworben; ausnahmslos mit positiver Resonanz. Als nächsten Schritt wird jetzt die Stadt Bad Tölz alle Beteiligte zu einem Treffen einladen. Dort soll das weitere Vorgehen besprochen und festgelegt werden.
Weitere Themen der letzten Beiratsitzung waren:
- Anregungen zur Verbesserung der Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen auf den Münchner Bahnhöfen.
- Beheizung der BOB-Züge
- Problem Haushamer Bahnübergang: keine Fortschritte
- Behindertengerechte Ausstattung unserer Bahnhöfe, speziell Holzkirchen
- Hinweisschilder zum Verbot der Handynutzung in den BOB-Zügen müssen nachgerüstet werden
- Tariffragen: Die DB gewährt Kindern bis 14 Jahren, die bei Eltern oder Großeltern mitreisen freie Beförderung. Warum bietet die BOB dies nicht?
Die nächste Sitzung des Fahrgastbeirats ist für Ende Juni/Anfang Juli vorgesehen.
Dr. K. Ambrosius
Sprecher des Fahrgastbeirats der BOB